Saâdane Afif / Augustin Maurs - King Coal Laments - Musiques pour Tuyauterie
The Fountain Archives, Live 2026
Roter Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Flöten / Flutes: Susanne Fröhlich
Stimme / Voice: Claudia van Hassel
Komposition / Composition: Augustin Maurs
Copyright the artist und VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Foto: Udo Siegfriedt
Mit die schönsten Begleittexte zu Kunstwerken in Museen kann man in Ausstellungen von Saâdane Afif lesen. Der französische Konzept- und Installationskünstler hat Bekannte eingeladen, seine oft aus dem Alltag transformierten Kunstwerke mit poetischen »Lyrics« zu weitern. Einige dieser Texte lässt Afif wiederum von befreundeten Musiker*innen vertonen und live aufführen. So auch zwei Kompositionen des französischen Musikers Augustin Maurs, die nun im Rahmen der Gruppenausstellung »ABER ICH | DIE WELT | ICH SEHE | DICH« (mit Arbeiten von Saâdane Afif) in der Kunsthalle aufgeführt werden. Die Uraufführung KING COAL LAMENTS entsteht als Vertonung von exten zu einer Ausstellung von Afif mit 70 Skulpturen polnischer ohleminen-Arbeiter*innen. Sie zeigen Alltagsszenen und Portraits der Bergbaugemeinde; Afifs Präsentation dieser »Readymades« thematisiert auf poetische Weise die ambivalente Geschichte mit dem Rohstoff Kohle. Der zweite Musikteil MUSIQUES POUR TUYAUTERIE bezieht sich dann auf das bekannteste Readymade der Kunstgeschichte: Duchamps Skandal-Urinal von 1917, das auch Grundlage einer aktuellen Ausstellung von Saâdane Afif im Hamburger Bahnhof in Berlin ist. Entstanden sind hier zehn Stücke für Flöte und Stimme — gespielt auf Instrumenten aus Vogelknochen und gefertigt nach dem Modell der 35.000 Jahre alten Flöten aus der Hohle Fels-Höhle, den ältesten bekannten Musikinstrumenten der Welt. Ein Zeittunnel, in dem Urgeschichte auf Avantgarde trifft.
KONZEPT Saâdane Afif, KOMPOSITION, LEITUNG Augustin Maurs KING COAL LAMENTS:NN, DIY-ELEKTRONIK Mizuki Ishikawa, MUSIQUES POUR TUYAUTERIE: FLÖTE Susanne Fröhlich, MEZZOSOPRAN Claudia van Hasselt.
Eine Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle.
Ort: Werner-Otto-Saal
Eintritt: 22 Euro (50 % erm. mit Festivalkarte). Tickets erhältlich über die Website des Kampnagel Sommerfestivals. Museumeintritt im Ticket enthalten.
Hamburg 20095